Respekt Charta
Respekt-Charta: Unser Miteinander bei allen Aktivitäten
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“
(Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland vom 24.05.1949 §1)
„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.
Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander
im Geist der Solidarität begegnen“
(Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.1948 §1)
Der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. ist den demokratischen Werten verpflichtet, insbesondere der Unantastbarkeit der Menschenwürde und den Menschenrechten, wie sie im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen verankert sind.
Gegenseitiger Respekt ist unser Leitwert in unseren Aktivitäten und im alltäglichen Umgang miteinander. Die folgende Respekt-Charta dient dafür als Grundgedanke und Orientierungshilfe.
Respekt heißt:
Vielfalt und Gleichberechtigung achten:
Alle Menschen sind verschieden – Alle Menschen sind gleichberechtigt. Jeder Mensch hat eigene Bedürfnisse und eine natürliche Sehnsucht nach Sicherheit. Das Theater ist ein Mittel, jeden Menschen in seinen persönlichen Stärken wahr zu nehmen und zu fördern.
Wertschätzend, aufmerksam und solidarisch miteinander umgehen:
Wir erkennen den Wert eines jeden Menschen an. Wir gehen so mit anderen um, wie wir es uns für uns selbst wünschen. Wir zeigen uns solidarisch mit jenen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Akzeptanz und Empathie ist die Basis für ein respektvolles Miteinander. Körperliche, geistige und sprachliche Einschränkungen spielen eine untergeordnete Rolle. Sie bereichern das Spiel im Miteinander.
Selbstbestimmung achten:
Wir erkennen das Recht eines jeden Menschen an, selbst darüber zu bestimmen, wer er / sie ist, als was er / sie sich wahrnehmen will und von anderen wahrgenommen werden möchte.
Wir akzeptieren persönliche Grenzen, zum Beispiel in Bezug auf sensible Themen oder körperliche Nähe: Nein heißt Nein. Nur Ja heißt Ja.
Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen:
Es ist nicht egal, wie wir uns anderen gegenüber verhalten und uns ausdrücken. Auch Worte können verletzen, selbst wenn es „nicht so gemeint“ war. Eine ernst gemeinte Bitte um Entschuldigung ist eine willkommene Geste.
Voneinander lernen
:
Wir nehmen die eigenen Perspektiven und „toten Winkel“ wahr. Wir hinterfragen uns, denn niemand weiß alles oder hat alles erfahren.
Wir sind offen gegenüber anderen Sichtweisen. Wir nehmen respektvoll geäußerte Kritik an. Wir verwehren uns gegen Haltungen, die andere abwerten. Im Sinne der Meinungsfreiheit sind Diskussionen und unterschiedliche Ansichten willkommen – solange sie sich im Rahmen der im Grundgesetz verankerten Menschenrechte bewegen und sachlich bleiben.
Rassismus und Diskriminierung werden nicht geduldet:
Die Abwertung von Menschen aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Glauben, sexueller Orientierung, Körper oder anderen gesellschaftlichen Konventionen dulden wir nicht.
Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufgrund von reeller oder von anderer wahrgenommener Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder sozialen Kategorie treten wir entschieden entgegen.
Konflikte lösen wir wertschätzend:
Bei Konflikten sollen alle Beteiligten ihr Gesicht wahren können. Niemand soll Schaden nehmen. Nicht nur Handlungen, sondern auch Gefühle verdienen Respekt. Wir gehen mit Fehlern so um, dass wir gemeinsam daraus lernen können. Wir erkennen an, dass sich Konflikte und Widersprüche nicht immer aufheben lassen. Wir halten Widersprüche aus.
Der Umgang mit dieser Herausforderung ist Teil der demokratischen Bildungsarbeit beim Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.
Kunstfreiheit wahren
:
Wir erkennen an, dass es zum Selbstverständnis und den Aufgaben des Theaters gehört, gesellschaftliche Themen und Prozesse aufzugreifen. Wir respektieren, dass dabei auch provokant wirkende Formate entwickelt werden können, um dies auf der Bühne zu verhandeln. Wir sind uns im Klaren darüber, dass die Art und Weise, wie wir diese Diskussionen führen, auch mitentscheidet, ob und wie wir einen Beitrag zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhaltes leisten. Zum respektvollen Umgang im Rahmen der Kunstfreiheit gehört, sich vorab möglichen Missverständnissen bewusst zu werden und einen Rahmen zu schaffen, welche einen respektvollen Diskurs ermöglichen.