Jetzt erst recht: THEATER!

Theater zum Trotz als Motto eines Festivals?
Im April 2022, der Zeitpunkt zu dem wir das Motto des kommenden Festivals festlegen, tobt in Europa ein Krieg.
Wir wissen zwar nicht, was die Zukunft bringt und welche Überraschungen wir im Herbst und Winter noch erleben müssen. Aber wir sind entschlossen, im Frühjahr 2023 die 38. Theatertage am See im gewohnten Format im Bildungszentrum Bodensee-Schule St. Martin in Friedrichshafen durchzuführen.
Das heißt konkret:

Sparte A
Mittwoch, 29. März - Freitag, 31. März
Bundesweite und internationale Jugend- und Schultheatertage am See (justSEE)

Sparte B
Freitag, 31. März - Sonntag, 2. April
Internationale Amateurtheatertage

Freitag, 31. März - Sonntag, 2. April
Workshops am Wochenende

Regionale Projektangebote für Schulen und andere Institutionen im zeitlichen Umfeld des Festivals

Wie keine andere Kunstform setzt sich Theater mit dem Menschen auseinander, dem Umgang mit sich selbst und seinen Lebenswirklichkeiten, Sichtweisen, Kommunikations- und Umgangsformen, Selbstbildern ...
Krisen bringen dabei auch Schattenseiten ans Licht: Hass, Verfolgung, Diskriminierung, Rassismus, Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Macht des Mainstreams, die Macht von Verschwörungserzählungen, Genderfragen, Gerechtigkeit, die Kluft zwischen arm und reich, wachsender Rechtsradikalismus, Demokratiefeindlichkeit, ein Klima der Spaltung. Und als ob das nicht genug wäre, bedrohen wir uns und den ganzen Planeten mit einer Veränderung des Weltklimas. Der Zeitgeist steht auf Spaltung!

Theater stellt Fragen nach dem Verständnis von WIR und ICH und deren Verhältnis zueinander. Allen Widrigkeiten zum Trotz sind Bühne und Zuschauerräume Orte im „Dazwischen“. Orte, an und zwischen denen diese Konflikte sichtbar gemacht und verhandelt werden können, Austausch und Begegnung stattfindet, Brücken gebaut, andere Perspektiven wahr- und eingenommen werden. Die Blasen, in denen wir sitzen vielleicht Löcher bekommen und neue Narrative entstehen, achtsam, offen, wertschätzend, einander respektierend.

Festivals wie die Theatertage am See könn(t)en bei dieser Suche nach neuen Verständnissen besondere Orte sein, um Räume für Dialog und Diskurs wieder zu öffnen. Was immer auch kommt: Jetzt erst recht: Theater!

Dem Menschen bleibt letztlich nichts anderes als das Trotzdem.
Albert Camus

Theaterpreise

Seit den 16. Theatertagen im Jahr 2000 werden Preise vergeben. In den ersten Jahren unter dem Namen Seefunk Theaterpreis, seit 2006 unter dem Namen Theaterpreis der Theatertage am See. Eine international mit Theaterexpert*innen besetzte Fachjury vergibt jeweils die Preise, die in der Abschlussveranstaltung des Festivals vergeben werden. Vertreten sind neben den Theatertagen am See, der Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg (LABW), der Bund Deutscher Amateurtheater (BDAT), die Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater (BAG), der Bundesverband Theaterpädagogik (BuT), der österreichische Bundesverband für außerberufliches Theater (öBV), Zentralverband Schweizer Volkstheater (ZSV) und der Verband Südtiroler Volksbühnen (STV). Seit 2015 ersetzen partizipative Feedbackverfahren und Workshops die Theaterpreise der Sparte Schul- und Jugendtheater.
Seit 2019 vergibt das Stammpublikum auch einen Publikumspreis.